RIG LOOPER Bedienungsanleitung · 10-Spur-Live-Looper für Ableton Live (VST3/AU) & Standalone

1 · Überblick

Der Rig Looper ist ein 10-Spur-Looper zum Live-Spielen: Loops aufnehmen, schichten (Overdub), synchron starten und stoppen — alles fest im Takt. Als Plugin folgt er Tempo und Taktphase von Ableton Live; ohne laufenden Host-Transport läuft seine interne Clock frei weiter. Songs (Loops + Einstellungen) lassen sich speichern, per MIDI umschalten und in Szenen arrangieren. Beim Speichern eines Ableton-Sets wandern die Loop-Audiodaten mit in das Set — es ist also autark.

1b · Was ist neu (Juli 2026)

Gesamtansicht

Die Oberfläche: 10 Kanäle im 5×2-Raster, rechts die globale Spalte, oben die Werkzeugleiste.

2 · Die Oberfläche

Top-Bar

Die Werkzeugleiste.

ElementFunktion
MAPMAP-Modus: Klicks melden nur den Parameter an Ableton (für ⌘M-Mapping), ohne die Aktion auszulösen. Rechtsklick: interne MIDI-Mappings löschen oder die Launchpad-Standard-Belegung laden.
OUTSMulti-Output an/aus: jede Spur auf ihrem eigenen Ausgangs-Bus (siehe Ausgänge).
WAVExport-Menü: Mixdown (eine Datei) oder Stems (eine Datei pro Spur).
LIVEVollbild-Ansicht mit großem Songnamen (siehe Setlist).
PADLaunchpad-Setup: jedes Pad mit Aktion oder Sende-Note und eigenen Farben belegen (siehe MIDI & Launchpad).
1–8Szenen: Klick = anwenden, Rechtsklick = speichern/löschen/MIDI Learn (siehe Szenen).
◀ Song ▶Songliste: Auswahl lädt den Song; die Pfeile schalten vor/zurück (auch per MIDI).
Save / Save As / LöschenSong speichern (Loops als WAV + alle Einstellungen), unter neuem Namen speichern, löschen.
Globals

Die globale Spalte.

Globale Spalte (rechts)

  • ◀ ▶ — aktiven Kanal wechseln (auch Pfeiltasten).
  • STOP ALL / PLAY ALL / CLEAR ALL — alle Spuren stoppen, gemeinsam neu starten, alles löschen.
  • MUTE ALL — Toggle: alle Spuren stumm, erneut drücken = alle wieder an.
  • Click — Metronom; Bars legt eine feste Aufnahmelänge in Takten fest (free = frei).
  • BPM — Tempo der internen Clock (in Ableton führt der Host).
  • Fb — Overdub-Feedback: unter 100 % verblassen alte Schichten bei jedem Durchgang.
  • Stop:Now/End/Fade — Stop-Verhalten; QStart quantisiert den Aufnahme-Start auf den Takt.
  • ▶ START/■ STOP — interne Clock starten/stoppen.
  • MIDI IN — Monitor: die letzten eingehenden MIDI-Meldungen (Tag LP = direkt vom Launchpad).
  • Sync — Latenz-Ausgleich in ms (Standalone: Auto liest die Gerätewerte).

3 · Aufnehmen & Loopen

  1. Erste Aufnahme: großen REC-Button drücken → Aufnahme läuft. Noch einmal drücken → der Loop schließt und spielt sofort. Die erste Aufnahme bestimmt die Master-Länge — alle weiteren Spuren rasten darauf ein.
  2. Weitere Spuren: REC einer anderen Spur startet (je nach QStart) an der nächsten Taktgrenze; das Schließen wird auf ganze Master-Zyklen quantisiert.
  3. Overdub: REC auf einer spielenden Spur schichtet eine neue Lage darüber. Der Ausstieg landet exakt am Loop-Ende (nochmal drücken = sofort raus).
  4. Undo/Redo: macht die letzte Overdub-Lage rückgängig bzw. holt sie zurück.
Auto-Start: Mit AUTO (oben rechts im Looper-Bereich) wartet die scharfe Spur auf das erste Signal („WAIT SIGNAL") und startet erst dann — praktisch, um exakt mit dem ersten Ton zu beginnen.
Auto-Trim (TRIM): Pro Spur als Standard aktivierbar: Nach dem Schließen wird das Ende automatisch vor den letzten überzähligen Schlag gelegt („5. Kick zu spät gestoppt“). Im Loop-Editor (Doppelklick auf die Wellenform) lässt sich der Bereich mit Transienten-Einrasten fein setzen.

4 · Der Kanal im Detail

Kanalzelle

Eine Kanalzelle: Kopfzeile, Eingangs-Meter (links), REC-Button mit Wellenform, Pegel (rechts), 3×3-Raster.

  • Kopfzeile: Kanalnummer, Status (PLAY/REC/DUB/…), Länge in Sekunden; Badges: DRUM, REPL, Eingangswahl (z. B. SC2 L).
  • LED-Meter links: Live-Pegel der gewählten Aufnahme-Quelle dieser Spur — du siehst sofort, ob am richtigen Eingang Signal ankommt.
  • REC-Button: zeigt die Wellenform (heller Bereich = aktive Region), den Playhead und den nächsten Schritt (REC/CLOSE/DUB/…). Doppelklick auf die Kopfzeile öffnet den Loop-Editor. Rechtsklick öffnet das Kanal-Menü (Learn, Datei laden, Drum, Quelle, Werkzeuge …).
  • Schieberegler rechts: Spur-Pegel (−24 … +6 dB).
  • 3×3-Raster: STOP/START · CLEAR · UNDO — MUTE · REVERSE · SPEED (½×/1×/2×) — TRIM · ONCE (One-Shot) · FADE (Ausblend-Stop).
  • STOP als Toggle: Auf einer gestoppten Spur wird daraus START — die Spur steigt am nächsten Durchgang synchron wieder ein („SYNC…“).

5 · Loop-Werkzeuge (Rechtsklick auf REC)

EintragWirkung
Replace-ModusOverdub ersetzt den Durchgang statt zu schichten (klassisches Neu-Einspielen). Badge REPL; Undo bleibt möglich.
Loop verdoppeln (×2)Der aktive Bereich wird verdoppelt (z. B. 4 → 8 Takte) — Platz für Variationen.
Loop halbieren (÷2)Nicht-destruktiv: der Bereich wird auf die erste Hälfte gesetzt.
NormalisierenHebt den Loop auf −0,5 dBFS an.
+3 dB / −3 dBLoop-Inhalt lauter/leiser rechnen (destruktiv, im Material).
Audio-Datei laden…WAV/AIFF/MP3 direkt als Loop importieren (auch per Drag&Drop auf die Zelle).
An Taktraster anpassenVarispeed-Fit: dehnt die Region exakt auf die nächste ganze Beat-Anzahl im aktuellen Tempo (Tonhöhe verschiebt sich minimal; unter ~4 % unhörbar). Danach greift der Host-Lock.
Tempo aus Loop übernehmen…Schätzt das Tempo des zugeschnittenen Loops (70–180 BPM), stellt die interne Clock und zeigt den Wert zum Eintippen in Ableton.
Loop-Editor-Zoom: Im Editor (Doppelklick auf die Kopfzeile) zoomt Scrollen/Pinch um den Mauszeiger, Shift+Scrollen verschiebt; gezoomt erscheint oben eine Übersichtsleiste zum Navigieren. So triffst du jeden Schlag punktgenau.

6 · Songs & Setlist

LIVE-Ansicht

LIVE-Ansicht

Die LIVE-Ansicht: Songname bühnentauglich groß, unten der nächste Song.

Der LIVE-Button öffnet die Vollbild-Ansicht: links/rechts antippen wechselt den Song, ein Klick in die Mitte schließt sie.

7 · Szenen

Eine Szene merkt sich welche Spuren laufen, welche gestoppt sind — und welche gemutet sind. Z. B. Szene 1 = Strophe (Gitarren-Layer gemutet), Szene 2 = Refrain (alles auf). Gemutete Spuren laufen synchron weiter und setzen beim Aufdecken exakt an der richtigen Stelle ein — ideal für Layer-Dramaturgie; Play/Stop wechselt taktsynchron und eignet sich für Sektions-Bänke (Spuren 1–3 = Strophe, 4–6 = Refrain …).

  1. Spuren so starten/stoppen, wie der Song-Teil klingen soll.
  2. Rechtsklick auf einen Szenen-Button (1–8) → „In Szene speichern“.
  3. Im Song dann einfach die Szenen-Buttons drücken (oder Pads/MIDI): Starts kommen synchron am nächsten Durchgang, Stops folgen dem Stop-Modus.

Szenen werden mit dem Song gespeichert. In Ableton sind sie als Parameter Scene 1–8 mappbar; auf dem Launchpad liegt die oberste Pad-Reihe standardmäßig auf den Szenen.

7b · PART-Modus

Der PART-Schalter (oben rechts neben AUTO) reduziert die Kanäle auf das Wesentliche: Wellenform (Klick = Kanal wählen), Play/Pause und Mute. Alle übrigen Controls wandern in eine zentrale Leiste unten, die immer den aktiven Kanal steuert — REC (mit Wellenform), Quelle, Clear, Undo, Reverse, Speed, Trim, Once, Fade und Pegel.

PART-Modus

PART-Modus: reduzierte Zellen, unten die Kontroll-Leiste des aktiven Kanals.

Gedacht für den Ablauf „jede Spur = ein Song-Teil“ (Strophe, Refrain, Bridge): Mit den ◀ ▶-Pfeilen zum Teil navigieren, die Quelle wechseln (Bass, Gitarre, Keys), einspielen, overdubben — der aktive Kanal ist dabei immer monitort. Die zentralen Controls (und ihre MIDI-Mappings!) folgen stets dem gewählten Kanal: Rechtsklick auf einen Leisten-Button lernt ihn als „… (aktiver Kanal)“ — dasselbe Pad steuert dann immer den Teil, der gerade selektiert ist. Der Quelle-Button bietet per Rechtsklick Direktwahl-Learns: ein eigenes Pad pro Eingang („Quelle Main“, „Quelle SC 1“ … „SC 7“) plus optional das Durchschalten. Der normale Vollmodus bleibt jederzeit per PART-Schalter erreichbar.

8 · Eingänge (Sidechain)

Neben dem Haupteingang hat das Plugin 7 Sidechain-Busse (SC 1–7, stereo) — mehr erlaubt Ableton nicht (max. 7 Aux-Eingänge / 16 Kanäle pro Plugin). Jede Spur wählt ihre Aufnahme-Quelle frei: Rechtsklick auf REC → „Aufnahme-Quelle“ → Eingang Stereo/L/R oder SC 1–7 (jeweils Stereo, Nur L, Nur R).

9 · Ausgänge (Multi-Out)

Mit OUTS rendert jede Spur auf ihren eigenen Stereo-Bus („Track 1–10“) statt in die Summe — so bekommt jede Spur in Ableton eigene Effekte und einen eigenen Fader:

  1. In Live eine Audio-Spur anlegen: Audio From → [Looper-Spur] → Track n, Monitor „In“.
  2. Im Looper OUTS aktivieren. Spuren ohne verbundenen Bus bleiben in der Summe; der Haupt-Ausgang behält das Eingangssignal.

Click-Ausgang: Der Metronom-Click hat einen eigenen Bus („Click“). Eine Live-Spur mit Audio From → [Looper-Spur] → Click holt ihn aus der Summe — eigener Fader, eigener Kopfhörer-Send, nie auf der PA. Ohne Routing bleibt der Click wie gewohnt im Haupt-Ausgang. Beim Neustart (Stop All → Play All / Start) beginnt der Click immer auf der „1“; an/aus geht auch per MIDI (Rechtsklick auf Click → MIDI Learn) oder Ableton-Mapping.

10 · Drum-Spuren & Beatbox

Eine Drum-Spur ersetzt eingesungene/gebeatboxte Schläge automatisch durch Samples — quantisiert und mit Anschlagdynamik.

Ein Sound pro Spur (klassisch)

  1. Rechtsklick auf REC → „Drum-Sample wählen…“ (aktiviert den Drum-Modus).
  2. Beat einsingen (z. B. Kick auf Spur 1, Snare auf Spur 2, HiHat auf Spur 3).
  3. Nach dem Schließen (auch nach jedem Overdub) werden die Schläge erkannt, aufs Raster gezogen und durch das Sample ersetzt.

Beatbox 3-Sounds (eine Spur, drei Klänge)

  1. Drum-Modus aktivieren; einen Kalibrier-Take aufnehmen: je 3–4× Kick, dann Snare, dann HiHat — in dieser Reihenfolge.
  2. Rechtsklick → Beatbox 3-Sounds → „Kalibrieren aus aktueller Aufnahme“.
  3. Für Kick, Snare und HiHat je ein Sample wählen.
  4. Ab jetzt erkennt die Spur beim Einsingen, welcher Sound gemeint war, und setzt das passende Sample.

Quantisierung

Rechtsklick → „Quantisierung (Drum-Spur)“: Raster 1/8, 1/16 oder Triolen; Stärke 50 % (behält Groove) oder 100 % (maschinell tight). Das Raster kommt vom Transport; passt die Loop-Länge nicht dazu, wird das Tempo aus der Loop-Länge geschätzt.

11 · Export

12 · MIDI & Launchpad

Zwei Wege zum Mapping

WegSo geht’sWofür
Ableton ⌘MMAP im Looper aktivieren, in Ableton ⌘M drücken, Control im Plugin anklicken, MIDI-Taste drücken. Beim Lernen immer nur eine Taste drücken (sonst legt Live Noten-Bereiche an).Alles, was Ableton verwalten soll (wird im Set gespeichert).
Internes LearnRechtsklick auf ein Control → „MIDI Learn“ → Taste/Pad drücken. Auch Computertasten möglich („Assign key“).Launchpad-Pads mit LED-Feedback; global über alle Songs.
Wichtig: Jedes Pad nur einem Weg zuordnen — das Plugin hört das Launchpad zusätzlich direkt, doppelt gemappte Pads lösen doppelt aus.

Launchpad X

Pad-Reihe (oben → unten)Belegung
Reihe 8Szenen 1–8
Reihe 7REC Spur 1–8
Reihe 6Stop/Start Spur 1–8
Reihe 5Mute Spur 1–8
Reihe 4REC 9/10 · Stop 9/10 · Mute 9/10 · Song ◀ ▶
Reihe 3Stop All · Play All · Mute All · Clear All · Kanal ◀ ▶
Ansicht verstellt? Session-Taste am Pad gedrückt halten → unten das Programmer-Pad drücken → loslassen. Das Plugin zeichnet die Looper-LEDs sofort neu.

Pad-Setup-Seite (PAD)

Der PAD-Button öffnet den Konfigurator: links das 8×8-Grid, rechts die Einstellungen des angeklickten Pads. Jedes Pad bekommt eine Funktion (Looper-Aktion — pro Spur oder „aktiver Kanal“ —, Szene, Global, Quelle) oder „Note senden“ mit Note und MIDI-Kanal, um z. B. ein Drum Rack zu spielen (in Live: MIDI-Spur mit MIDI From → [Looper-Spur] → Rig Looper, Monitor „In“, Drum Rack laden).

Die Farben pro Pad folgen drei Zustands-Kategorien: Ruhe (normal aus/gedimmt), Bereit (normal blinkend: scharf/wartend) und Aktiv (normal leuchtend: läuft/eingeschaltet). Funktionen mit nur zwei Zuständen (Click, Mute …) nutzen Ruhe + Aktiv; „Auto“ behält das Standard-Schema. Sende-Pads haben Ruhe- und Gedrückt-Farbe. Die Belegung ist global (Songwechsel ändern nichts) und wird mit dem Ableton-Set gespeichert.

12b · Host-Phase-Lock (LOCK)

Der LOCK-Schalter (oben rechts neben PART/AUTO, standardmäßig an) rastet die Loops auf Abletons Zählzeit ein: Solange der Live-Transport läuft, folgt die Loop-Phase der Song-Position — Loop-Takt 1 liegt immer auf einem Ableton-Takt, Click und Loops starten zusammen und können nicht driften, egal wo im Arrangement du Play drückst.

13 · Ableton-Einrichtung

  1. Plugin einfügen: Rig Looper (VST3) auf eine Audio-Spur; Plugin-Fenster über den Schraubenschlüssel im Gerätetitel.
  2. MIDI (Einstellungen → Link/MIDI): Beim Launchpad-Eingang „Remote“ an (für ⌘M) und beim Ausgang „Remote“ an (damit Live LEDs für ⌘M-Mappings setzt). Als Control Surface „None“ wählen.
  3. Instrumente anschließen: Pro Instrument eine Audio-Spur (Audio From = Interface-Eingang, Monitor „Auto“), Audio To → [Looper-Spur] → SC n. Scharfschalten der Spur bestimmt, was durchkommt.
  4. Set speichern: Loops sind im Set enthalten. Nach dem Öffnen stehen alle Spuren auf Stop — Play All oder eine Szene startet sie.

14 · Tipps & Fehlerbehebung

ProblemLösung
Neue Plugin-Version wird nicht sichtbarAbleton komplett beenden und neu starten (Live hält das Plugin im Speicher), Gerät neu einfügen. Notfalls Einstellungen → Plug-Ins → Rescan.
REC reagiert, aber es startet nichtsAuto-Start (AUTO) wartet auf Signal — Quelle prüfen (LED-Meter!) oder AUTO ausschalten.
Keine Pad-LEDsLEDs gibt es nur für interne Mappings (bzw. via Live-Remote für ⌘M). Pad kurz ab-/anstecken, das Plugin verbindet neu.
MIDI kommt nicht anMIDI-Monitor unten rechts beobachten: LP = direkt vom Pad, host = über Ableton. Doppelte Events deuten auf doppelte Mappings.
Drums nicht tightQuantisierung auf 100 % stellen; Raster prüfen (1/16 Standard). Beat möglichst auf den Click einsingen.
Plugin weitergebenRig Looper.vst3 kopieren; auf dem Zielrechner einmal xattr -dr com.apple.quarantine "Rig Looper.vst3" ausführen (Apple-Silicon-Mac erforderlich).